Wildkräuter in der (vielleicht mal) Sterne-Küche

Ihr Lieben,

wenn ich zu Hause mir was mit Wildkräutern mache, zum Beispiel einen langweiligen Eisbergsalat aufhübsche, dann sieht das ungefähr so aus:

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Nun hatte ich die Ehre und das große Vergnügen, angehenden Köchen und Köchinnen zu zeigen, was so alles „neben den Beeten“ in ihrem Schulgarten wächst.

In der Brillat-Savarin-Schule – dem OSZ Gastgewerbe – durfte ich mit einer Gruppe von interessierten Schüler*innen und Lehrkräften schauen, was es in der Kräuterküche so gibt, abseits von Rosmarin, Thymian und Co.

Mir hat es großen Spaß gemacht und es sind ganz tolle (und vor allem leckere) Sachen entstanden.

Ich bin ganz sicher, dass jedenfalls von diesen Teilnehmern niemals ein Kräuterkartoffel-Püree auf die Karte gesetzt wird, das als einzige Kräuterkomponente ein bißchen Petersilie oben drauf hat.  Ich kann Euch, die Ihr dabei ward, nur sagen: Bleibt dran, bleibt neugierig! Ihr ward toll!

 

Eure Sonja

PS: Annette Vogt hat auf der Seite des OSZ einen ganz tollen Artikel verfasst, den ich Euch natürlich nicht vorenthalten möchte:

https://www.osz-gastgewerbe.de/projekte-veranstaltungen/49-projekte-a-veranstaltungen/585-%E2%80%9Ewas-w%C3%A4chst-zwischen-den-beeten%E2%80%9C.html

 

 

 

 

 

Löwenzahn – lecker schmecker

Ihr Lieben,

die Natur explodiert förmlich. Kaum waren noch einzelne Löwenzahnknospen zu finden und jetzt sind sie schon fast Mangelware, da schon alles leuchtendgelb blüht.

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Der Löwenzahn ist eines meiner liebsten Wildkräuter. Man kann einfach ALLES nutzen. Von der Blüte bis zur Wurzel.

Da ich noch Sirup und Löwenzahn-Honig aus dem letzten Jahr habe …. irgendwie haben wir wohl reichlich produziert…. genieße ich derzeit am liebsten die Knospen. Ich sammle die noch ungeöffneten Blütenstände und die werden dann in Butter gebraten. Ein paar Semmelbrösel dazu, Pfeffer und Salz und ein paar Spritzer Zitronensaft am Schluss. Ich mag diese kleine feine Gemüsebeilage zu Kartoffeln.  Letztens habe ich die gebratenen Spitzen als Topping auf mein Sellerie-Schnitzel gegeben. War auch sehr lecker und selbst mein Mann, der eigentlich lieber Fleisch isst und nicht der allergrößte Löwenzahnfan ist, wollte plötzlich auch davon mitessen.

Jetzt werde ich mich ins Osterwochenende verabschieden.

Genießt die Zeit mit Euren Liebsten.

Liebe Grüße

Eure Sonja

 

Festes Shampoo selbst gemacht…

Ihr wisst ja, dass ich seit einiger Zeit versuche, Plastik zu vermeiden.  Das ist auch im Bad eine echte Mission.  Ich will einfach keine Plastikflaschen mit Shampoo mehr rumstehen haben. Also auf in die Probierphase und Alternativen gesucht.

Test 1: Haarseifen.  Leider sind die für meine Haare und bei dem harten Wasser in Berlin nicht für mich geeignet.  Auch noch mit einer „Sauren Rinse“ zu arbeiten ist mir einfach zu aufwendig. Ich brauche einfache Lösungen.

Test 2: Feste Shampoos. Es gab bei dm eines von der Hausmarke. Damit kam ich ganz gut zurecht. Meinen Haaren ging es gut. Was ich auch sehr angenehm fand, war der dezente Duft. Ich mag diese ganzen extremen Düfte nicht. Ich mag nicht nach künstlichen Fruchtaromen riechen. Zudem kann mein Mann das überhaupt nicht leiden. Nun hat dm aber aus dem Sortiment genommen. Auf Nachfrage, konnte man mir dafür keinen Grund nennen – zumindest in der Filiale nicht.  Alternativ gab es dort zwei andere feste Shampoos. Leider duften diese Produkte mir zu stark und irgendwie fühlen sich meine Haare damit auch nicht so gut an, finde ich.

Test 3: Wieder zurück zu meinem bisherigen Shampoo, in der Flasche. DAS ist absolut keine Alternative und der Test ist total fehlgeschlagen. Die Haare fanden es nicht gut und ich mag den Geruch nicht mehr. Ganz davon abgesehen, dass ich nicht regelmäßig wieder Plastikmüll im Bad produzieren will.

Also…. was jetzt???

Test 4: Festes Shampoo selber machen!  Den Test habe ich jetzt zwei Wochen durch. Und ich bin absolut begeistert. Meine Haare fühlen sich gut an und auch meine Friseurin war begeistert, wie toll meine Haare sich anfühlen. Natürlich teile ich gerne das Rezept mit Euch!

Ich hab das Rezept nicht selber erfunden! Daher hier der link zu smartikular.

Umweltfreundliche Bio-Haarwäsche: Shampoo-Bars selber machen

Ich habe keine Farbe und kein ätherisches Öl verwendet, weil ich einfach erstmal alles so ausprobieren wollte. Möglichst pruistisch.

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Hier das Ergebnis! Vier Shampoo-Bars. Ich hab mal durchgerechnet, dass die vier Bars zusammen rund 6.50 Euro kosten. Klar ist das nicht ganz wenig, aber die halten auch lange. Mein Mann benutzt die auch und es immer noch das erste Stück im Gebrauch.

Fazit bis hierhin:

Selbstgemachtes Festes Shampoo hat eine Zukunft in meinem Badezimmer.

Eure Sonja

Bärlauch satt!

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Heute war zwar das Wetter nur mäßig schön und hat sich schon als April vorgestellt, aber da ich meine Schnupfennase sowieso mal in die frische Luft tragen wollte, war ich heute im Bärlauch.  Es gibt ein paar „Felder“ in Berlin.

Aus verschiedenen Gründen bitte ich ausdrücklich darum, Bärlauch behutsam zu ernten.

1. wollen wir ja den Bestand schützen. Also ernten wir nur so viel, wie wir wirklich auch verwenden können und wollen. Auf keinen Fall ernten wir großflächig mit Messer, Sichel oder einem anderen „schweren“ Gerät.  Und ganz wichtig: Wir ernten NICHT in Naturschutzgebieten.

2. ernten wir die Bärlauchblätter einzeln! Das hat den Grund, dass wir jedes Blatt genau ansehen wollen, um sicher zu sein, dass es wirklich Bärlauch ist. Klar ist der Duft unverwechselbar. Aber wenn Ihr ein Blatt geerntet habt, riechen Eure Hände so stark, dass ein geruchloses Blatt nicht mehr auffällt.

3. wir ernten nur das, was wir wirklich kennen!!! Das ist in diesem Fall überlebenswichtig.  Verwechslungen mit Maiglöckchen oder Aronstab sind im Ernstfall tödlich!

Aber wenn Ihr diese paar Regeln beachtet, kann man bedenkenlos Bärlauch sammeln und genießen.

Also um zweifelsfrei sicherzustellen, nicht etwas anderes im Korb zu haben, hier die Merkmale auf einen Blick:

Bärlauchblätter haben parallele Blattadern und auf der Rückseite eine „Rippe“ . Wenn Ihr die durchbrecht, knackt es…. IMMER! (Siehe Video unten). Wenn es nicht knackt… im Zweifel: Finger weg!

Verwechslungsgefahr besteht mit Aronstab und Maiglöckchen.

Der Aronstab hat im Unterschied zum Bärlauch eher abgerundete Blätter mit zwei „Zipfeln“. Die Blattnerven sind netzartig und nicht länglich parallel, wie beim Bärlauch.

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Hier mal Aronstab und Bärlauch in einem Bild. Wenn man die beiden so nebeneinander sieht, kein Problem, denn der Unterschied ist schon deutlich. Aber wenn man „großflächig“ erntet, kann leicht ein solches Blatt dazwischen sein.                                               Sicherheitshalber zu Hause noch mal genau ansehen.

 

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Maiglöckchen hingegen wachsen selten in solchen Mengen wie der Bärlauch an einer Stelle. Die Stengel der Maiglöckchen sind rund und stecken immer zu zweit in einem Schaft. Der Bärlauch hat einen auffällig kantigen, dreieckigen Stengel. Meistens kommen die Maiglöckchen auch später als der Bärlauch vor. Aber gerade zum Ende der Bärlauchsaison können auch beide Pflanzen gleichzeitig vorkommen.

Daher bitte  nicht auf den Geruch verlassen, denn einmal Bärlauch angefasst, merkt man im Ernstfall das geruchlose Maiglöckchenblatt nicht mehr.

Wenn Ihr aber die vorgenannten Hinweise beachtet und Bärlauch (genau wie alle Wildkräuter) mit dem Motto der lieben Ursel Bühring erntet:

Schau hin, aber schau GENAU hin!

Dann steht dem Genuß der Bärlauchernte und Bärlauchverarbeitung nichts im Weg.

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Bei uns gibt‘s – Ihr hättet es sicher geahnt – Wildkräuterquark zum Abendessen

Laßt es Euch schmecken!

Eure Sonja

PS: In Naturschutzgebieten ist es generell untersagt, Pflanzen zu entnehmen! In Brandenburg steht der Bärlauch zwar als vom Aussterben bedroht auf der Roten Liste. Das alleine reicht aber leider nicht, für einen gesetzlichen Schutz. Also generell verboten ist es nicht, Bärlauch zu sammeln. Allerdings ist auch alles andere als vernünftig,  in einem stark bedrohten Bestand zu Pflanzen zu entnehmen. Wir wollen doch keine Pflanzen ausrotten und in auf Wochenmärkten oder im Supermarkt, kann man Bärlauch kaufen.

Ich füge Euch die „Rote Liste“als link an.

https://www.berlin.de/senuvk/natur_gruen/naturschutz/downloads/Artenschutz/rotelisten/09_gefaesspflanzen.pdf

…und noch ein PS: ich hab Euch hier auch noch ein kleines (Handy)Video von heute angehängt.

 

 

 

Ein nächster Schritt in Richtung – plastikfreier Einkauf – ist gemacht.

Hallo Ihr Lieben,

geht es Euch aus so, dass Ihr von der Platikflut beim Einkaufen total genervt seid? Ich schon lange und daher versuche ich Platik zu vermeiden wo ich kann.

Ein besonderes Ärgernis finde ich diese dünnen Plastikbeutelchen, in die man sein Obst und Gemüse zum abwiegen reinpackt und danach sofort wieder wegwirft.  Mittlerweile verkaufen ja schon manche Supermärkte solche wiederverwertbaren Beutel. Aber die sind , glaube ich auch aus Plastik und somit habe ich mich bisher verweigert. An der Kasse sind die Menschen dann meist etwas genervt, wenn ich meine ganzen einzelnen Gemüse und Obste im Wagen hab und eines nur mit Kleber versehen auf dem Band liegt. Irgendwie will ich die Aufkleber aber auch nicht auf dem Obst haben und mich hat das alles nicht froh gemacht.

Heute morgen ist mir beim umräumen eine alte Gardine in die Hand gefallen und eine mich sprang es förmlich an, daraus genau solche Gemüse/ Obstbeutel zu nähen. Ja, vermutlich hatten die Idee sicher auch vor mir schon andere Menschen, aber ich freu mich gerade so über meine kostenlosen und umweltschonenden Beutel, dass ich Euch gerne daran teilhaben möchte.

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Ganz einfach, ganz schnell genäht. Dazu muss man echt kein Nähexperte sein!

Die beiden Säckchen werden mich ab jetzt – zusammen mit meinem Stoffbeutel, den ich sowieso IMMER dabei habe – begleiten.

Kommt gut durch den Tag und den Rest der Woche.

Eure Sonja

 

 

Mittagessen im Büro – der tägliche Krampf

Heute mal ein Thema etwas abseits von Kräutern aber in Richtung Ernährung und Nachhaltigkeit.

Mein Alltag ist ja leider nicht nur mit Kräutern gefüllt, sondern auch mit jeder Menge aushäusiger Büroarbeit. Und fast jeden Tag stellt sich die Frage „Was esse ich heute Mittag?“

Mitgebrachte Schnitten… kann ich nicht mehr sehen!

Reste von Gestern …. war leider alles lecker und somit aufgegessen

Imbiss? Tiefkühlpizza? Fertiggerichte?…… geht ja alles schnell, aber……

Kann ich auch nicht mehr sehen, schmeckt mir nicht, produziert einen Haufen Plastikmüll……..

Und jetzt????

Letztens bin ich an verschiedenen Stellen mal über „no time to eat“ gestolpert. Sarah Tschernigow ist Ernährungsberaterin, Buchautorin und Podcasterin.

Die Idee anstelle eines teuren Smoothies mal ein Gläschen Babynahrung zu nehmen, fand ich genial. Total kontrolliert, wenig bis kein zusätzlicher Zucker und – ich trau mich kaum es zu sagen – auch noch lecker. Zudem kein Plastikmüll und das Gläschen kann man wiederverwenden. Da findet sich immer mal was.

Ich habe eines der Ideen mal umgesetzt für unterwegs

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Mais, Kidneybohnen, Kichererbsen – wenn‘s geht natürlich aus dem Glas.

Paprika, Birne, eine halbe Avocado und den Rest Reis eines Kollegen vermischt.

1 Esslöffel Olivenöl, ein bisschen Pfeffer und Salz

fertig!

Die Zubereitung dauert wirklich nur ein paar Minuten, man kann das entweder im Büro schnell zusammen mischen oder 5 Minuten morgens investieren und mitnehmen.

Ich kann euch sagen, ich war lange satt, aber nicht so „angegessen“ wie man wohl in Österreich sagen würde. Satt-Starre oder Suppen-Koma Fehlanzeige!

Noch eine kurze Anmerkung zur Avocado! Ich esse die wirklich gerne, aber „gönne“ sie mir sehr selten! Leider wird für den Avocadoanbau oft entsetztlicher Raubbau an der Natur in den Anbauländern betrieben.

Habt Ihr vielleicht auch ein paar einfache Ideen, wie man möglichst plastikfrei, lecker und schnell mittags oder unterwegs satt wird?

Dann her mit den Rezepten!

Ich freu mich drauf!

Eure Sonja

 

Frühlingsgefühle

Auch wenn es sich Ende Februar nicht so ganz richtig anfühlt, so scheint der Frühling jetzt schon nicht mehr aufzuhalten zu sein.

Zumindest im Hause „Haselnuss“ ist schon ganz schön was los.

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Die Jungs sind schon eine ganze Weile in den Startlöchern.

Jetzt kommen auch langsam die Mädels in die Gänge.11B44B75-DC21-47B6-AB91-92DBA574BDC5

Ist wie bei uns…. die Mädels brauchen manchmal ein bißchen länger, um sich hübsch zu machen und sich auf das Werden als neue Haselnuss-Frucht vorzubereiten. 

Die Haselnuss gehört übrigens zu den einhäusigen Pflanzen. 

Das kann man sich ungefähr so vorstellen wie in einer Großfamilie. Da wohnen Jungs und Mädels in „einem Haus“, also an einer Pflanze. ABER… in getrennten Zimmern, also jeder seine eigen Blüte. 

Nun wollen wir aber möglichst „Inzucht“ vermeiden und die Fortpflanzung mit frischem Genmaterial vornehmen. Daher werden die Jungs als erstes reif und dann erst die Mädels. Die Großfamilie am Nachbarbusch ist vielleicht etwas früher oder etwas später dran und dann passt es mit den frischen Genen und den neuen Haselnüssen.

Aber das ist nicht bei allen Pflanzen so. 

Es gibt auch zweihäusige Pflanzen. Da ist alles „ordentlich“ getrennt, wie im Kloster oder einem katholischen Internat. Da wohnen die Jungs und die Mädels in jeweils eigenen Häusern. 

Als Beispiele hätte ich hier den Sanddorn oder die Brennnessel anzuführen. 

Da brauch man auf jeden Fall männliche UND weibliche Pflanzen, wenn es mit dem Ertrag was werden soll. 

Und da die Natur ja enorm einfallsreich ist, gibt es noch die zwittrigen Blüten.

Hier sind Jungs und Mädels in einer Blüte zusammen. 

Auch hier werden die Geschlechter nacheinander reif, um möglichst die Selbstbestäubung zu vermeiden. Da kommen dann die Bienen oder andere Bestäuber ins Spiel.

Hier sind es z.B. die meisten Obstsorten, für die diese Variante gilt.

ABER…. es gibt im Pflanzenreich natürlich noch weitere „Spielarten“.

Die frühen Blüher sind manchmal auch auf die ungeschlechtliche Fortpflanzung angewiesen. Wenn der Frühling kalt und „usselig“ ist, so dass keine Bestäuber fliegen, muss man sich als Pflanze was anderes einfallen lassen, um die Erhaltung der Art zu sichern. Dann vervielfältigen sich die Pflanzen ungeschlechtlich und „klonen“ praktisch die Mutterpflanze für die nächste Generation. Aussterben oder Fortbestand kann ja nicht vom Frühlingswetter abhängig gemacht werden. 

Ja, da ist die Natur echt einfallsreich. 

Also habt Ihr jetzt einen kleinen Einblick in das „Liebesleben“ der Pflanzen bekommen.

Geht raus und schaut mal, ob Ihr die leuchtenden Haseljungs und die kugeligen Haselmädels mit der frisch frisierten Tolle findet. 😉

Viel Spaß dabei,

Eure Sonja