Gartenvögel im Winter füttern

Gefühlt war vor ein paar Tagen noch sowas wie Frühling und jetzt plötzlich ist es kalt. Seit vielen Jahren schon füttere ich in unserem Schrebergarten im Winter die Gartenvögel und hoffe, dem einen oder anderen Piepmatz über die kalte Jahreszeit zu helfen. Klar bleiben auch Samenstände stehen und es gibt in Beeren und Hagebutten in den Nachbargärten.  Aber die Futterstellen sind dennoch immer ziemlich stark frequentiert und ich habe auch immer – wenn ich draußen sein kann – auch eine große Freude dabei, das bunte Treiben zu beobachten.

Was mich bei der Fütterung aber schon sehr lange stört ist, dass die Meisenknödel und das ganze Futter immer in diverse Lagen Plastik eingepackt ist. Die Knödel sind in Netzen (die von den Vögeln auch gerne mal auf nimmer wiedersehen weggeschleppt werden) und natürlich auch nochmal in Folie eingeschweißt oder in Plastikeimern verpackt.

An verschiedenen Stellen im Netz und Fernsehen, bin ich über Ideen gestolpert, wie ich da alternativen für die Fütterung herstellen kann.

Musste ich natürlich ausprobieren!

Zwei alte Tassen, Sonnenblumensamen und Schweineschmalz (geht wohl auch mit Kokosfett) und ein Zweig.

Es ist ganz einfach:  Sonnenblumenkerne und den Zweig in die Tasse füllen. Das Fett in einem Topf sanft schmelzen und in die Tasse mit den Kernen gießen.

Aushärten lassen und in den Baum hängen.

Ich war erstaunt, wie schnell das alles geht und noch mehr gefreut hab ich mich, dass die „Tassenknödel“ auch umgehend Besuch von Kohlmeisen hatten.

Wenn ich jetzt noch Sonnenblumenkerne und Streufutter in Papiertüten finde und auch da noch die ollen Plastikbeutel einsparen kann, wäre ich noch zufriedener.

 

Habt Ihr auch plastikarme oder plastikfreie Ideen für die Winterfütterung?

Eure Sonja

 

 

Kapuzinerkresse – Vielseitig und lecker!

Bei dem milden Wetter im Oktober hat meine Kapuzinerkresse nochmal richtig „nachgelegt“. Sie wuchtert noch immer üppig und ich hoffe, die ersten Nachtfröste lassen noch auf sich warten. Dann kann ich nämlich noch reichlich ernten am Wochenende.

Die hübschen Blüten verwende ich als essbare Deko im Salat oder überhaupt sehen die immer lecker auf dem Teller aus.

Die noch grünen Samen kann man übrigens in einer 3-5%igen Salzlake einlegen.  Daraus werden „falsche Kapern“. Finde ich sehr lecker, wenn man Kapern mag.  Im letzten Jahr hatten wir wirklich wirklich VIELE Samen und haben blöderweise alle in ein Glas gestopft und dann mit der Lake versehen. Das ist nicht so günstig, da wir nie so große Mengen Kapern auf einmal verwenden. Das angefangene Glas stand dan EWIG im Kühlschrank rum.

In diesem Jahr werden wir mehrere kleine Gläschen nehmen. Ist einfach praktischer.

Die Verwendung als Beigabe zum Pesto hatte ich Euch ja letztlich schon vorgestellt.

Habt Ihr noch weitere Verwendungsmöglichkeiten für dieses tolle Kraut?

Dann gerne her damit.

Ich freu mich drauf!

Eure Sonja

 

 

Kastanien überall ….

Es ist Euch sicher auch schon aufgefallen.  An vielen Stellen liegen Mengen an Kastanien auf dem Boden. Wenn ich in unserem Hinterhof zur Mülltonne gehe, kann es durchaus passieren, dass die Rosskastanie, die dort steht, mir die eine oder andere Frucht „um die Ohren“  oder sogar „gezielt“ auf den Kopf wirft.

In diesem Jahr beschenkt uns Mutter Natur sehr reichlich. Trotz der anhaltenden Trockenheit finden wir jetzt unglaubliche Mengen an Kastanien.  Gerade hier in Berlin kann man diese – wie ich finde – ohne schlechtes Gewissen sammeln und verwenden. Die meisten Kastanien werden nämlich gerade unter den Bäumen eh von den Autos zermatscht. Oder wie in unserem Hinterhof, kommt irgendwann die Gartenbaufirma oder Hausreinigung und kehrt einfach alles weg.

Darum habe ich heute mal einen halben Einkaufsbeutel voll gesammelt und in die Wohnung geschleppt. Ehrlich…. man sieht gar nicht, dass ich da was weggenommen habe!!!

Wie schon im letzten Jahr getestet, werde ich einige Rosskastanien  als Waschmittel verwenden. Rosskastanien haben sehr viele Saponine und eigenen sich prima als Waschmittel. Ich nehme sie lieber als Waschnüsse, die oft aus Indien oder sonst woher aus der Welt hierher geschippert werden.

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Die Kastanien werden geviertelt und getrocknet. Ich zerteile sie jetzt, wenn sie noch frisch und weich sind. Wenn sie erstmal getrocknet sind, ist das nur noch mit großer Kraftanstrengung möglich. Von den Kastanienstücken fülle ich zum Waschen eine gute Hand voll (ca. 12 – 15 Stücke) in ein Wäschenetz und dann einfach mit der Wäsche in die Maschine.  Ich verwende die Kastanienstücke problemlos für 4-5 Wäschen.

Man kann auch vorab eine Lauge ansetzten. Das ist mir persönlich aber zu aufwendig und zu ungewiss, da ich heute noch nicht weiß, ob und wann ich morgen zum Wäschewaschen komme. Die ungeschälten Kastanienstücke verwende ich aber ausschließlich für dunkel Wäschestücke. Bei der Weißen Wäsche verwende ich weiterhin Efeu.

Was habt Ihr für Erfahrungen gemacht mit „Waschmitteln aus der Natur“?

Eure Sonja

Plastikfreier „Scheuerschwamm“

Heute mal was Anderes!

Schon seit einiger Zeit versuche ich Plastik zu vermeiden, wo es geht. Es ist ein ziemlich schwieriges Unterfangen, das gebe ich zu. Aber es ist ein Weg und genau wie bei der Kräuterliebe stelle ich fest, dass ein „zurück“ kaum möglich ist.

Ich lasse Euch gerne an meinem Weg teilhaben und vielleicht findet Ihr ja auch ein paar Anregungen, etwas zu ändern.

Heute habe ich im Garten gesessen und wollte aber auch nicht so ganz untätig in der Sonne sitzen. Also Häkelnadel und Juteband rausgeholt und losgehäkelt.

Ursprünglich wollte ich eine Aufbewahrungsmöglichkeit fürs Bad machen, aber da oft der Weg das Ziel ist, bin ich nach den ersten Maschen schon umgeschwenkt. Es war klar, für die Aufbewahrung ist das Band zu dick, aber längst wollte ich schon mal einen „Scheuerschwamm“ für die Küche.

Ich habe 3-4 Luftmaschen angeschlagen und den Ring geschlossen. Dann immer rund gehäkelt. 1 „Feste Masche“, 1 „Luftmasche“ im Wechsel. Als das Pad ungefähr die Größe meiner Handfläche erreicht hat, hab ich eine Feste Masche gehäkelt und dann so viele Luftmaschen, dass es für eine Schlaufe reichte, die ich mit dem Anfangsfaden in der Mitte des Pads verknotet habe.

 

Den Praxistest mache ich dann zu Hause und werde berichten.

Mein Ziel ist, die ollen Plastikschwämme aus der Küche zu verbannen.

Eure Sonja

Erntezeit – Genusszeit

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Am Wochenende haben wir im Garten noch einige Wildkräuter geerntet und daraus ein Pesto hergestellt. So kann man am Abend, wenn es mal wieder schnell gehen muss, eine leckere Pasta-Variante zaubern.

In dem Pesto sind Kapuzinerkresse, Rucola, Löwenzahn, Spitzwegerich und Schnittknoblauch verarbeitet worden. 

Weil ich Pinienkerne meistens gar nicht so mag und das es regional keine Pinien gibt, nehme ich meist Walnuss- oder Haselnusskerne fürs Pesto.  Da unser Garten uns in diesem Jahr auch mit schönen Chillis beschenkt hat, ist auch ein Stückchen davon im Pesto gelandet.

Ich habe ca. 100 g Kräuter, 30 g Nüsse (wer mag kann diese trocken in der Pfanne leicht anrösten), ein Stück Chilli (je nach Schärfegrad und Geschmack), gutes Olivenöl in ein hohes Gefäß geben und mit dem Pürierstab vermischen.  Eine Handvoll geriebenen Käse dazu. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, wenn nötig. Fertig!

Es ist für mich immer etwas schwierig, genaue Rezepte zu posten, da ich meist so nach Gefühl die Zutaten mische und experimentiere immer etwas herum.

Viel Spaß beim ausprobieren und schmecken lassen.

Eure Sonja

Erntezeit

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In diesem Jahr hat uns uns Quittenbäumchen SEHR reich beschenkt. Wir haben es an allen möglichen Stellen abgestützt und doch sind leider ein paar Ästchen unter der wundervollen Last zusammengebrochen.
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Die erste Ernte habe ich stolz nach Hause getragen verarbeitet. Neben Marmelade mit Pflaumen gemischt, Quittenmus und Liköransatz hab ich auch wieder für die Hausapotheke gesorgt. Eine Quitte ist in Honig eingelegt worden. Nur das Fruchtfleisch. Die Schale habe ich in Olivenöl angesetzt und nach 2 Wochen wird das Öl abgeseiht. Ich verwende es gerne in der Kosmetik. Mit den Kernen soll man ein Haargel herstellen können. Das will ich unbedingt noch ausprobieren.

Für den „Quitten-Honig“ habe ich das Fruchtfleisch in kleine Stücke geschnitten und mit dem Honig verrührt. Schon nach kurzer Zeit wird dieser ganz flüssig und duftet toll nach dem unvergleichlichen Quitten-Aroma. Den Honig kann man im Tee oder einfach auf Brot genießen. Die Quittenstifte schmecken schon nach ein paar Tagen ganz fein und süß. Echt lecker!

Da ich nicht alle Quitten selber verarbeiten konnte, haben sich Nachbarn, Arbeitskollegen und meine Lieblings-Imkerin über die wunderbar duftenden Früchte gefreut. 

Was macht Ihr mit Quitten?

Ich freu mich über weitere Anregungen, denn es hängen immer noch ein paar Früchte am Strauch und wollen am kommenden Wochenende geerntet und verarbeitet werden.

Eure Sonja

 

Hiddensee-Impressionen

Ich durfte wieder an einem meiner Lieblingsorte sein und dort zudem mit interessierten Menschen Kräuterspaziergänge erleben.

Gerne möchte ich Euch an ein paar Eindrücke diese tollen Insel vermitteln und Euch natürlich einladen, die Sonneninsel Hiddensee und ihre Natur zu erleben. Auf eigene Faust oder im nächsten Jahr gerne wieder mit mir zusammen.

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Am Anreisetag wurde ich schon mal mit einem grandiosen Sonnenuntergang über Neuendorf empfangen.  Ich bin immer wieder von den Farben fasziniert, die man dort erleben kann. Nicht umsonst haben sich viele Künstler und die „Malweiber“ gerne dort aufgehalten.

Weißdorn
Bei diesen leuchtenden Farben freut sich das Herz gleich mehrfach. Man kann vom Weißdorn die Blätter, Blüten und Früchte verwenden. Wobei es Menschen gibt, die den Geruch der Weißdornblüte mit „Fisch“ vergleichen. Die Früchte schmecken toll, wenn man sie z.B. mit Äpfel zusammen verkocht und das Mus durch ein Sieb passiert. Und wenn man ganz fleißig sein mag, kann man aus den Kernen des Weißdorn auch ein Kernkissen herstellen und dieses ähnlich verwenden, wie ein Kirschkernkissen. Hab ich persönlich noch nicht probiert, aber steht auf der „muss-noch-ausprobiert-werden-Liste“.
Schlehe
Ein Traum in Blau. Auch wenn man am liebsten gleich die leuchtenden Früchte der Schlehe in den Mund stopfen möchte. So lange noch kein Frost da war, hat man nach dem „Genuss“ der ersten Beere ein ziemlich pelziges Gefühl im Mund. Für den Liköransatz kann man die Früchte gleich so verwenden. Für Fruchtaufstriche oder Deserts sollten die Beeren aber einen mehrtätigen Zwischenstopp im Frostfach machen.

 

Wildfrucht-Farbexplosion
„Hoch stand der Sanddorn am Strand von Hiddensee“ Leider geht es dem Sanddorn gerade schlecht. Es hat sich ein Pilz eingeschleppt und viele Sträucher sterben ab. Es ist zu hoffen, dass der Bestand sich erholt.
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Leider war auch immer mal eine Menge Plastikmüll am Strand zu finden. Und besonders ärgerlich und eklig finde ich die Zigarettenkippen. Die verrotten nämlich NICHT! Auch Hundehaufen in Plastiktüte und dann in die Gegend geworfen ist ziemlich blöd!!! Dann verrottet nämlich der Haufen auch nicht bzw. erst dann, wenn die Plastiktüte zu Mikroplastik zerfallen ist. Ich habe immer einen Beutel dabei und während andere Leute mit Fossilien, Hühnergöttern oder gar Bernstein vom Strand kommen, hab ich meinen Beutel mit Müll gefüllt. Mir machen auch lange schon die Blicke der Leute nichts mehr aus. Ich freue mich ehr über jedes Teil, das ich finde und das dann nicht in einem Fisch- oder Vogelmagen landet.
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Aber auch eine besondere Rarität durfte ich an der Steilküste finden: Den Meerkohl Diese Pflanze ist GESCHÜTZT!!!! Also wenn Ihr sie dort findet, bitte NUR ANSCHAUEN!!! Früher wurde dieser – wie man sagt – sehr salzige und wohlschmeckende Kohl, natürlich gegessen oder abgeweidet. Dadurch ist der Meerkohl europaweit streng geschützt. Ich hab mich sehr gefreut, gleich mehrere Expemplare finden und bewundern zu dürfen.